Historie

Erholungsort WiekDer heute staatlich anerkannte Erholungsort Wiek auf Wittow findet bereits zur Slawenzeit in der Knytlingssaga als „Vikr“ im Zusammenhang in der Eroberung Arkonas im Jahre 1168 durch die Dänen Erwähnung. Als „Medowe sive Wyk“ erscheint er dann ab 1314 erstmals in den Urkunden. Seine äußerst bewegende und wechselvolle Geschichte ist in den Büchern des Kinderbuchautors und Chronisten Günter Käning („Wiek-Chronik eines Inseldorfes“ und „Wieker und Wittower Geschichten“) ausführlich beschrieben. Nach diesem Ehrenbürger des Ortes wurde die Kulturscheune benannt, in der sich auch ein kleines Museum des Wieker Heimatvereins mit Sachzeugen zur Wieker Geschichte von der Steinzeit bis in die Gegenwart befindet.

Urlaub im hafenHeute ist Wiek mit seinen kleinen Hotels, Gaststätten und Ferienhäusern und der direkten Lage am Bodden sowie unweit schönster Sandstrände der Ostsee, vor allem aber mit dem Blick auf Hiddensee ein beliebtes Urlaubsziel, zumal seine besondere Lage an mehreren Wetterscheiden ungewöhnlich häufige Sonnenstunden garantiert.

Der Ort erschließt sich vor allem von seinem Hafen mit der markanten Kreidebrücke aus, die als technisches Denkmal zu ihrem 100-jährigen Bestehen, obwohl sie niemals in Betrieb genommen wurde, 2014 umfangreich saniert und als „schwebende Promenade“ immer wieder Gäste anlockt und zum Fotografieren einlädt. In ihrem Bildband „Sanierung Kreidebrücke“ haben Annett Geldschläger und Jens Frank eine herausragende Dokumentation vorgelegt. Vom Hafen sind in der Saison Schiffstouren nach Hiddensee möglich und auch für Angler bieten sich vielfältige Möglichkeiten.

KircheEin weiteres sehenswertes Baudenkmal ist die im 15. Jahrhundert von Hiddenseer Zisterziensern erbaute gotische Hallenkirche mit reichem Inventar aus der Barockzeit sowie dem mittelalterlichen Reiterstandbild St. Georg. Neben der Kirche hat die Schriftstellerin, Malerin und Bildhauerin Dany Rohlfs ihr Atelier „Kunst im Küsterhaus“ in der ehemaligen Dorfschule. Zwischen Kirche und Küsterhaus stehen als botanische Seltenheit zwei Götterbäume, deren eigentliche Heimat Asien bzw. Australien ist.

Für den ganzjährigen Besucherbetrieb sorgt auch die Kurklinik der AOK Sachsen, die ab 1920 im sogenannten Floridastil der Bauhauskunst errichtet worden war und lange Jahre Deutschlands größtes Kinderkurheim beherbergt hatte.

Wieker Blasmusik 2015Das kulturelle Angebot ist traditionell dem Jahreskreis angepasst und beginnt mit bunten Veranstaltungen des Faschingsvereins und dem Plattdeutschen Nachmittag, dem Maifeuer und dem Frühschoppen der Feuerwehr zum Ersten Mai im Frühling. Im Sommer gibt es zahlreiche Konzerte und andere musikalische Veranstaltungen in der Kirche, auf der Freilichtbühne oder an anderen Orten. Höhepunkte sind dabei jeweils das Heimat-, das Hafen- und das Erntefest. Im Herbst richtet dann die „Jagdhornbläsergruppe Windland-Wittow eine Hubertusmesse aus und ein großes Weihnachtskonzert erfreut sich ständig wachsender Beliebtheit. Viele der genannten Angebote werden vornehmlich von der Wieker Blasmusik gestaltet oder begleitet.

Feste in WiekSchließlich laden auch kleine Geschäfte zum Bummeln ein oder stehen einfach, wie auch Post und Sparkasse, für die Versorgung zur Verfügung. Ebenso gibt es Busverbindungen nach Dranske, Sassnitz und Bergen mit Anbindungen in die Badeorte Binz, Sellin, Baabe und Göhren sowie zum Eisenbahnnetz.

Für die Erkundung der näheren Umgebung können die neuen Radwege genutzt werden, die teilweise der Trasse der 1968 eingestellten Kleinbahnlinie Bergen-Wittower Fähre- Altenkirchen folgen.

Wieker HafenZu den namhaften Besuchern Wieks in der Geschichte zählen unter anderem Ernst-Moritz Arndt, Friedrich Schleiermacher, Fritz Reuter, Caspar David Friedrich, Gerhart Hauptmann und Hans Fallada.

Diese illustren Gäste dürften vielleicht auch heute das Interesse an unserem Ort wecken. Eine der namhaftesten Besucherinnen war übrigens die australische Schriftstellerin Elizabeth von Arnim, die in ihrem Buch „Elizabeth auf Rügen“ fast alle Einrichtungen der Insel kritisierte, lediglich für Wiek fand sie ausschließlich positive Worte.